Wir packen unsere Koffer und nehmen mit…

Jetzt haben wir also ne Wohnung gekauft, in die wir selber einziehen möchten… Echt spannend für meine Frau, die Kinder und mich. Und es war noch viel zu tun. Die bisherige Eigentümerin musste noch ausräumen und selber ausziehen. Dafür hat sie Zeit bis maximal Ende September erhalten. Irgendwie hatten wir direkt von Anfang an das Gefühl, dass Sie die Zeit ausnutzen wird. Also haben wir unseren Umzug für Mitte Oktober geplant. Im schlimmsten Fall also zwei Wochen, um so viele der Sanierungsmaßnahmen wie nötig durchzuführen, bevor wir uns in ein Leben auf der Baustelle begeben. Neben den Plänen, wie wir welche Durchbrüche machen und welche Böden wir verlegen, stand auch eine neue Küche auf dem Plan. Lieferzeit 4 Monate. Also definitiv keine Küche bei Einzug. Parallel den eigenen Umzug vorbereitet. Was will man mitnehmen? Wie viele Helfer können wir mobilisieren? Was wird vor dem Umzug bereits entsorgt? Und so weiter. Zum Glück bin ich in der Vergangenheit bereits oft alleine umgezogen und hatte daher schon die ein oder andere Erfahrung, wie sowas ablaufen kann. Und dann natürlich noch Meldung an die Hausverwaltung im neuen Objekt. Erst mal vorstellen und Kontakt aufnehmen, um erste zarte Bande zu knüpfen. Und was soll ich sagen? Bis auf den eigentlichen Umzug selber ging alles andere eigentlich mächtig schief 😀

Die Alt-Eigentümerin entpuppte sich in der ganzen Zeit von Kauf bis Verkauf wirklich als Psychopatin… Selbst danach, wir haben Kontakt zu den neuen Eigentümern, war die Geschichte mit der “Dame” noch sehr nervenaufreibend. Zunächst wirkte alles recht unscheinbar. Die Frau fühlte sich überfordert mit der Situation und dem vielen Hab und Gut was sich über Jahrzehnte angesammelt hat. Sie konnte sich schwer trennen und verpackte nur langsam ihr Zeug. Eine neue Bleibe hatte sie auch noch nicht, konnte aber angeblich mit Segen der entsprechenden Eigentümer kurzfristig in einem der Apartments im Hause unterkommen. Mit der Zeit wurde es immer schlimmer. So wurde uns zum Beispiel verheimlicht, dass an unserem Stromzähler noch zwei andere Apartments angeschlossen sind und Teile der Gemeinschaftsflächen. Das haben wir nur durch Zufall und die sehr gute Arbeit unseres Elektrikers herausgefunden. Es kam jedenfalls so wie wir gedacht haben und die Alt-Eigentümerin ist erst am letzten Tag der Frist spät abends unter Druck aus unserer neuen Wohnung verschwunden und hat die Schlüssel übergeben. Selbstredend haben wir im gleichen Moment das Schloss ausgetauscht. Bis zu unserem Auszug war sie im Übrigen noch nicht aus dem Haus verschwunden und fühlte sich nach wie vor irgendwie wie die Herrin des Objektes und versuchte intrigant uns gegen die anderen Eigentümer auszuspielen. Ich will das im Detail gar nicht aufrollen, weil mir da schon wieder die Galle hochkommt. Es war jedenfalls extrem belastend für uns als Familie und die Beziehung zu den anderen Eigentümern.

Das zweite große Problem war tatsächlich der Hausverwalter. Ganz ehrlich? Im Nachhinein ist ihn Hausverwalter zu nennen wirklich zu viel des Guten. Relativ schnell nach unserem Kauf haben wir Kontakt aufgenommen, um uns vorzustellen und erste Fragen zu klären, insbesondere da ja wir die Einzigen vor Ort waren und wie gewisse Dinge einfach organisiert sind. Außerdem haben wir nach Kontaktmöglichkeiten zu den anderen Eigentümern gefragt, da wir uns dort auch gerne vorstellen wollten. Nachdem wir lange keine Antwort erhalten haben, haben wir telefonisch nachgefragt. Uns wurde Antwort versprochen. So ging das von September bis Anfang Dezember. Wir wurden vertröstet und haben keine Info erhalten. Schlussendlich haben wir uns die Eigentümerliste über das Grundbuchamt besorgt und konnten so in Kontakt treten. Da wir natürlich nicht so lange untätig warten konnten haben wir Maßnahmen durchgeführt, die zweifelsohne abgestimmt gehört hätten. Aber das war uns einfach nicht möglich. Auch das hat natürlich die Beziehung zu den anderen Eigentümern geschädigt.

Es hat sich nach viel Zeit herausgestellt, dass die Alt-Eigentümerin und der Hausverwalter unter einer Decke standen und dass die auch einfach vorsätzlich gehandelt haben. Uns wurde das Leben dort von Anfang an extrem schwer gemacht. Das hat uns aber nicht davon abgehalten, Vollgas zu geben und aus den ehemaligen Gästezimmern eine wohnliche Familienunterkunft zu machen. Bei unserem Einzug Mitte Oktober war kein einziger Raum fertig. Wir sind wirklich auf eine Baustelle gezogen und hatten die ersten drei Tage noch nicht mal Strom. Zum Glück habe ich so eine tolle Frau und zwei wunderbare Kinder. Wir haben die Situation extrem gut gemeistert. Ich stand nach Feierabend und am Wochenende immer auf der Baustelle und habe weitergearbeitet. Ich bekam von Freunden extrem viel Hilfe, um die Räume voranzubringen. Unser Ziel, an Weihnachten alle Räume im EG fertig zu haben war ehrgeizig, aber wir haben es tatsächlich geschafft. Die Sanierung der Wohnung hat sich auf ca. 50.000€ belaufen, ohne meine Arbeitszeit und die Zeit meiner Freunde. Das wichtigste war, dass wir an Weihnachten in unserer fertigen Wohnung feiern konnten.

Damit endete das Jahr 2020 und auch mein Beitrag für heute. Beim nächsten Mal werde ich euch erst erzählen, wie sich mein passives Einkommen in 2020 insgesamt entwickelt hat und wo ich mit meinen Zielen stand, bzw. was die Ziele für 2021 waren. Anschließend gibt es die rechtliche Geschichte bis zum Auszug aus unserer Wohnung zurück nach Garmisch in eine Mietwohnung.

Bis bald
Oliver

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